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das konzept

Die trägen Mitbürger aufrütteln - so verstand Sokrates einst seine Rolle als Philosoph: Der philosophische Diskurs sollte in der Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit stattfinden, sollte Impulse für die gesamte Gesellschaft geben und politisches Handeln begründen. Die Aussage, dass Philosophie Probleme lösen könne, wird heutzutage allerdings meist mit Unverständnis quittiert. Wer wirklich etwas bewegen wolle, solle doch eine praxisnahe Wissenschaft studieren - denn die Zukunft würde aus Taten, nicht aus Gedanken gemacht.
In diesem Rahmen spielt das Mitspracherecht und vor allem auch die Mitsprachepflicht der Philosophie in der Politik eine große Rolle. Es stellt sich die Frage, ob akademische Philosophie Einfluss auf die Politik nehmen kann, soll oder auch muss, und wenn ja, wie dieser auszusehen hat. Dieses Problem wird noch dadurch verschärft, dass, zumindest wie es auf den ersten Blick scheint, in der Philosophie diese zentrale Rolle im öffentlichen Diskurs und in der Politik gar nicht mehr angestrebt wird: Man publiziert in Fachjournalen, spricht auf Fachkongressen und antwortet auf den Vorwurf, die Philosophie könne keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken, vielleicht mit Hegel: "Das ist zwar vollkommen richtig, aber das ist auch nicht ihre Aufgabe."
Welche Rolle soll also die Philosophie in der Öffentlichkeit spielen? Kann die Philosophie heute noch irgendjemanden aufrütteln, oder ist dies gar nicht (mehr) ihre Aufgabe? Kann, soll oder muss die Philosophie heute noch Grundlage für politisches Handeln sein? Diese Fragen wollen wir, gemeinsam mit vielen anderen Interessierten, bei einem wissenschaftlichen Kongress des Max Weber-Programms diskutieren, was übrigens durchaus im Sinne seines Namensgebers sein dürfte: Dieser hatte nämlich, wohl selbst Philosoph, die Politik stets als seine "alte, heimliche Liebe" bezeichnet.
Die Rolle der Philosophie in der Öffentlichkeit sollte nicht im stillen Kämmerlein erörtert, sondern vielmehr im Beisein eines breiten und interessierten Publikums diskutiert werden. Deshalb ist das Konzept dieses Symposiums einerseits, das Thema mit Beiträgen kompetenter Redner zu umreißen, andererseits in den Pausen und vor allem in der abschließenden Podiumsdiskussion einen Meinungsaustausch zu diesem unserer Meinung nach nicht nur für die Philosophie sehr wichtigen Thema zu ermöglichen.